Symmetrische vs. anamorphotische Objektive
Symmetrische vs. anamorphotische Objektive
Die meisten Menschen denken an sphärische oder symmetrische Objektive, wenn sie sich ein Kameraobjektiv vorstellen. Diese Objektive projizieren ein kreisförmiges Bild auf den Sensor, und das Bild ist in alle Richtungen gleich. Anamorphotische Objektive sind anders. Sie stauchen das Bild horizontal, sodass ein breiteres Sichtfeld auf den Sensor passt. Bei der Wiedergabe wird das Filmmaterial wieder auf das richtige Breitbild-Seitenverhältnis entzerrt.
Anamorphotische Objektive wurden entwickelt, um Breitbildbilder ohne Auflösungsverlust auf Standardfilmmaterial unterzubringen. Ein typischer anamorphotischer Stauchungsfaktor ist 2x, was bedeutet, dass das Bild auf die Hälfte seiner ursprünglichen Breite gestaucht wird. Bei der Projektion entzerrt das Objektiv des Projektors es wieder auf Normalmaß. Deshalb sieht anamorphotisches Filmmaterial roh vertikal gestreckt aus. Die Schauspieler wirken groß und dünn, bis das Bild entzerrt wird.
Anamorphotische Objektive haben ein unverwechselbares Aussehen, das Filmemacher lieben. Sie erzeugen ovales Bokeh statt rundem, horizontale Linsenreflexe, die ikonisch sind, und ein etwas anderes Gefühl der Schärfentiefe. Der anamorphotische Look wird mit Prestigekino assoziiert. Für VFX jedoch erhöht anamorphotisches Filmmaterial die Komplexität, da die Tracking- und Compositing-Vorgänge die Stauchung berücksichtigen müssen.
Beim Tracking von anamorphotischem Filmmaterial haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können das Filmmaterial vor dem Tracking entzerren und dann im entzerrten Raum arbeiten, oder Sie können im gestauchten Raum tracken und die Stauchung in Ihrer 3D-Kamera berücksichtigen. Die meisten modernen Tracking-Software unterstützt anamorphotisches Filmmaterial direkt. Sie geben einfach den Stauchungsfaktor an, und die Software erledigt die Berechnungen. Der Schlüssel liegt darin, den genauen Stauchungsfaktor zu kennen, der nicht immer exakt 2x ist.
Sphärische Objektive sind für VFX einfacher, da keine Stauchung berücksichtigt werden muss. Alles ist eine direkte Beziehung zwischen der 3D-Welt und dem 2D-Bild. Aber viele Regisseure bevorzugen den anamorphotischen Look, daher müssen VFX-Künstler wissen, wie man mit beiden umgeht. Das Wichtigste ist, herauszufinden, welches Objektiv am Set verwendet wurde, und den Stauchungsfaktor zu überprüfen, bevor Sie mit Tracking-Arbeiten beginnen.
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